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Vortrag

22.11.2013 • 16:00 bis 18:00 Uhr
LAG Selbsthilfe
Orleansplatz 3, 81667 München

(rollstuhlgerechte Veranstaltung)

In dem Vortrag wird die Geschichte der Rassenhygiene und Eugenik als eine sozialpolitische und naturwissenschaftliche Bewegung nachgezeichnet. Am Objekt des weiblichen Körpers sollte unter geschlechterpolitischen Ordnungsvorstellungen der "neue Mensch" vor allem durch experimentell neu erprobte chirurgische Techniken der Geburtenkontrolle (operative Abtreibung, Sterilisation, Kastration) realisiert werden. Seit Ende des 19.Jahrhunderts forderten Eugeniker und Rassenhygieniker eine Selektionspolitik zur Verhinderung "erbkranken Nachwuchses".

 

 

Damit wurde eine langfristige Eugenisierung des weiblichen Gebärverhaltens eingeleitet. Erfuhr diese Entwicklung im Nationalsozialismus durch die Zwangssterilisationspolitik und den medizinisch organisierten Massenmord von behinderten Kindern sowie in der Psychiatrie internierten Menschen einen Höhepunkt, so hat diese historische Erfahrung keineswegs zu einem Ende der gesellschaftlichen Tötungsbereitschaft von bestimmten Menschen geführt. In dem Vortrag wird vor dem Hintergrund dieser historischen Entwicklung die Frage nach der Kontinuität bestimmter Selektionspraktiken durch die pränatale Diagnostik aufgeworfen.

Referentin: Prof. Dr. Anna Bergmann

 

Veranstalter: Frauengleichstellungsstelle / Behindertenbeirat

Termine FAK Freizeit und Bildung

  • Di, 16.06. 13:30
  • Di, 28.07. 13:30
  • Di, 22.09. 13:30
  • Di, 17.11. 13:30
  • Di, 15.12. 13:30